Roman


Mosebach, Martin: Mogador. – Rowohlt, 2016
Kritikerpapst Ulrich Greiner von der „Zeit“ verneigt sich tief vor diesem Autor: “Martin Mosebach ist unbestreitbar einer der intelligentesten, einfallsreichsten und sprachmächtigsten Dichter der Gegenwart.“ Hätte man dem bis dato eher weniger zustimmen wollen, müsste man es nach seinem aktuellen Romanwerk aber endgültig tun. Absolut faszinierend, wie der Frankfurter Autor die marokkanische Küstenstadt schildert und leben lässt, in die es einen Düsseldorfer Banker, Patrick Elff, verschlagen hat, weil der vor der Polizei fliehen zu müssen glaubt. Der Deutsche flüchtet sich zu einem neuzeitlichen, übermächtigen Kalifen, dem er einst zu Diensten war und von dem er sich Hilfe erhofft. Die Wartezeit verbringt er im Hause der unglaublich stark gezeichneten Patronin und Patriarchin Khadija und trifft auf den Zauber des Orients: in seinem zum Freund werdenden Führer, den Bettlern der Stadt, den Huren und den heiligen Männern, den undurchschaubaren Immanen.  Es ist einfach berauschend, in diese Welt mit Mosebach zusammen einzutauchen, der selbst zu staunen scheint, was es da alles an Eigentümlichem, Seltsamen und Archaischem zu entdecken gibt.  Nicht einmal das Happyend-Ende nimmt man diesem Erzähler übel, weil er den Leser kulturell bereichert und menschlich gewachsen zurücklässt. Gut, dass Mosebach ein fleißiger Mann ist und gewiss bereits wieder an einem neuen Roman arbeitet.
(Preu)
Signatur: Mose

Roman


Panizza, Kaspar: Saukatz. – Meßkirch: Gmeiner, 2016
Hauptkommissar Steinböck muss den Mord an einem arbeitslosen Hobbyschriftsteller aufklären. Bei der Lösung helfen ihm eine eifrige Polizeianwärterin, ein Kollege im Rollstuhl und vor allem die gesprächige Katze des Toten. Diese schwarze Katze – von Steinböck „Frau Merkel“ genannt – mischt sich immer wieder in die Ermittlungen ein und gibt Steinböck gewollte und ungewollte Tipps. Die Gedankenwelt von Frau Merkel wird dabei so witzig geschildert, dass sicher nicht nur Katzenfreunde ihren Spaß an diesem außergewöhnlichen Krimi mit überraschendem Ende haben werden. Spannend, flüssig zu lesen und mit viel bayerischem Lokalkolorit greift der Autor auch sozialpolitische Themen wie Obdachlosigkeit und die Wohnungsnot in München auf und baut sie in seine Geschichte mit ein. (Klee)
Signatur: Q Pani

Sachbuch


Asam, Heike: Eichhörnchen ganz nah. – München, 2016
Eigentlich kennt man sie nur als scheue und schnell vorbeihuschende Wildtiere, aber den beiden Autoren gelingen in diesem Buch ungewöhnlich persönliche und tiernahe Bilder aus dem Leben einer Eichhörnchen-Familie. Zugleich erfährt der Leser interessante Informationen über diese niedlichen Nager und einen tierfreundlichen Garten. Die Geschichte der Freundschaft zwischen den flinken Hörnchen und ihren menschlichen Beobachtern begann im Jahr 2012 im Garten des Designer- und Fotografenpaares. Durch Anfüttern wurden die Eichhörnchen sehr zutraulich und schließlich absolute Top-Models für charmante Tierfotografien. Über die Inszenierungen mit den Tieren für die Fotos kann man geteilter Meinung sein; putzig sind die Fotos allemal und für Tierfotografen verraten die Autoren ihre Tricks. Das Titelbild und der Titel selbst erinnern stark an das ebenfalls in der Bibliothek vorhandene Buch „Fuchs ganz nah“, in dem auch die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen Mensch und Wildtier erzählt wird. Beide Bücher bewirken einen anderen Blick für die Wildtiere – nicht nur beim Fotografieren! (Ta)
Signatur: Uhn 249 Adam

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